Freitag, 07.02.2025 – Aquamansa
Strecke: ca. 10 km, 400 hm
Die Jugend ist heute früh nicht so fit und möchte lieber noch etwas schlafen. Also mache ich mich kurzentschlossen einen Bus früher als geplant los und fahre hoch zu la Caldera. Statt der schweren Tour die Jakob rausgesucht hatte, entscheide ich mich heute für eine leichtere Route quer zum Hang.
Oben im Wald ist es morgens noch recht frisch und so entscheide ich mich zunächst auf der breiten Pista de Benijos westwärts zu laufen, so dass mir die Sonne den Rücken wärmt.

Schließlich biege ich auf etwas schmalere Wege ab und tauche tief in den Wald ein. Gegen Mittag erreiche ich das Cruz del Dornajito – eine kleine Schutzhütte und ein geschmücktes Kreuz im Felsen. Hier öffnet sich der Wald in einem Baranco, welches man nach Norden in Richtung Meer herunterschauen kann. Ich setze mich in die Sonne, lausche dem Gezwitscher der Vögel und mampfe selig meinen Müsliriegel. Ein Rotkehlchen und ich beobachten uns gegenseitig.

Auf einem Stück des Camino natural Anaga – Chasna, einem Fernwanderweg der einmal längst über die Insel führt, geht es zurück Richtung La Caldera. Die Bäume schmiegen sich hier niedrig an den Hang und überspannen den Weg mit einem grünen Dach. Der Weg bietet genug Herausforderungen, um nicht langweilig zu sein, ist aber auch immer wieder leicht genug, um zu entspannen. Der Wald in diesem Bereich scheint von den verherrenden Brände vor zwei Jahren kaum betroffen zu sein.

Ich bin zeitig am Ausgangspunkt zurück und laufe hier noch ne kleine Runde, um die Zeit bis zur Abfahrt des Busses abzuwarten. Hier hängen dann auch die typischen Wolkenfänger – lange Moosbüschel – in den Bäumen.

Die Kinder waren derweil in Puerto de Cruz im Jardin Sitio Litre und im Botanischen Garten. Ich steige dort an der Haltestelle aus, um sie zu treffen und wir holen uns ein Eis. Wir schlendern am El Camino vorbei, wo es den obligatorischen Barraquito gibt. Anschließend genießen wir die Nachmittagssonne und den Blick auf die Wellen am Playa de Martianez. Heute ist die See aber recht ruhig und die paar Wellenreiter dümpeln eher dahin. Beim weiterschlendern und flanieren, sind wir leider kurz unaufmerksam, übersehen eine Stufe und Ilaine knickt um und stürzt. Der Knöchel wird leider direkt dick und auch Kühlung im Meer am Punta del Viento, bringt keine Besserung. Wir entscheiden uns die Rettungsschwimmer vor Ort um Hilfe zu bitten und diese empfehlen die Ambulancia. Da diese aber zu lange braucht, bestellen sie uns ein Taxi zum Hospital. Wir warten schließlich insgesamt ca. zwei Stunden vor der Notaufnahme. Es ist zum Glück nichts gebrochen, aber der Knöchel ist verstaucht und darf die nächsten zwei Tage gar nicht belastet werden. Da die Unterkunft in der vierten Etage in einem Haus mit schmalen Treppen ist und ich froh bin, dass sie erstmal heile oben ist, bedeutet das wohl, dass Illi die nächsten zwei Tage drinnen entspannen und die Aussicht aus den Fenstern genießen darf.

Wandern wird dann wohl den Rest des Urlaubs auch nicht mehr wirklich drin sein. Aber wir schauen von Tag zu Tag. Morgen werde ich dann erstmal wieder alleine losziehen und die Kinder entspannen sich in der Unterkunft.