Samstag, 08.02.2025 – Anaga
Strecke: ca. 10 km, absolut 1600 hm, netto 940 hm
Illi ist heute Schontag verordnet und Jakob leistet ihr Gesellschaft. Also mache ich mich alleine los Richtung Anaga. Ich hatte zunächst überlegt nur eine kleine Runde am Cruz del Carmen zu laufen, aber während der Busfahrt überlege ich es mir anders und fahre doch nach Punta de Hidalgo, um von dort hoch zu wandern.
Bereits von der Bushaltestelle bietet sich ein grandioser Blick in das üppig grüne und zerklüftete Tal des Barranco del Rio. Da es bereits kurz vor 11:00 Uhr ist als ich in Punta del Hidalgo ankomme halte ich mich nicht mit Sightseeing auf und spare mir den einzigartigen Leuchturm. Stattdessen starte ich frohen Mutes hinein in diese großartige Landschaft.


Leider ist der Weg fast durchgängig der Mittagssonne ausgesetzt, was die streckenweise steilen Anstiege noch kräftezehrender macht, zumal ich heute eigentlich auf Wald und Schatten eingestellt war. Aber die immer wieder atemberaubenden Ausblicke auf das Tal sind diese Mühen allemal wert. Ich habe gar nicht genug Superlative um das zu beschreiben. Zwischendurch öffnet sich dann auch kurz mal der Blick zum Meer und eine erfrischende Brise kühlt die schwitzende Wanderinhaut.


Ich kämpfe mich weiter hinauf und zweifel zwischendrin, dass ich es über Chinamada hinaus schaffe. Nach knapp über zwei Stunden komme ich in Chinamada an. Ich fülle mein Wasser auf und mache Pause und horche in mich hinein. Da der größte Teil des Anstieges geschafft ist, sollte der Rest auch noch zu schaffen sein. Also weiter gehts.


Tatsächlich ist der zweite Teil des Weges deutlich entspannter. Es geht zunächst größtenteils eben weiter und der Weg wird vor Allem zunehmend von einem grünen Blätterdach beschattet. Die kühle Waldfrische ist nach dem sonnigen Abschnitten sehr angenehm, führt aber auch zu rutschigem Waldboden unter den Füßen.

Schneller als erwartet erreiche ich die nächste Wegmarkierung, dass ich schon die Hälfte geschafft habe. In mir regt sich Hoffnung, dass ich den anvisierten Bus schaffen könnte. Aber kaum habe ich den Gedanken zu Ende gedacht, beginnen wieder harte Anstiege. Aber der Wald wird nun immer dichter und die Bäume knorriger. Es gibt nun keine phänomenalen Aussichten mehr, aber dafür magischen Wald. Diese Wanderung bietet alles.

Schließlich erreiche ich doch pünktlich Cruz del Carmen, um mit dem Bus zu fahren. Beim Umstieg in La Laguna muss ich jedoch länger warten, weil die Busse so voll sind, dass nicht alle mit können. Ich bin aber pünktlich zum Abendessen zu Hause. Jakob kocht und ich gehe duschen.
Die Kinder haben sich leider etwas gelangweilt. Aber morgen mache ich auch Ruhetag und dann kriegen wir Illi vielleicht doch auch mal wieder ein bisschen nach draußen.