Montag, 10.02.2025 – Los Gigantes
Strecke: ca. 6 km, absolut: 1000 hm, netto: 156 hm
Heute fahren wir nach Puerto de Santiago zu den Los Gigantes. Unsere für Samstag geplante Kajaktour war ja abgesagt worden. Zum einen war starker Wind angekündigt, zum anderen hatte Ilaine sich ja kurz vorher den Fuß verletzt. Den Blick auf die gigantische Steilküste möchten wir uns aber dennoch nicht nehmen lassen. Allein die Busfahrt ist schon ein Erlebnis. Der Bus ist propevoll mit überwiegend deutschen Rentnern. Reisegruppe Mandelblüte ist schon am Busbahnhof ganz aufgeregt, wo sie denn nun hin müssen, Markus beschimpft erst die einheimischen Jungs, weil sie das Fenster öffnen und vergisst dann beinahe auszusteigen und Edith weiß zum Glück Bescheid…
Aber es bieten sich auch aus dem Bus bereits wunderbare Aussichten. Zunächst geht es immer an der Küste entlang und dann im Teno-Gebirge über zahlreiche Serpentinen rauf und wieder runter. In Puerto de Santiago angekommen, müssen wir erstmal ein Stück bergab zum Strand laufen. Was für Illi heute schon besser geht als gestern. Die Kinder erfrischen sich dann vor der beeindruckenden Kulisse der Steilküste erstmal im Atlantik.

Dann lassen Jakob und ich Illi am Strand zurück und stiefeln hoch zum Querweg in der Steilwand. Wir wollen versuchen bis zu einem der Tunnel zu kommen. Die ersten Höhenmeter machen wir noch auf einfachen Wegen im Ort, bis wir eine Schranke passieren und die Warnschilder ignoriere. Der Weg hält auch schnell was die Warnungen versprechen. Es geht über Geröll und Felsen und zahlreiche Kraxel-Passagen auf dem mitunter kaum hüftbreiten Weg immer wieder auf und ab durch die zerklüftete Wand. Schon die ersten Schotter-Abstiege erfordern meinen ganzen Mut und Konzentration, da ein Wegrutschen hier bedeutet, dass man vermutlich gleich die mehr als 100 m hohe Wand weiter herunterruscht. Aber die Aussicht ist grandios. Die vulkanische Prägung, die hier auch überall deutlich zu erkennen ist einmal mehr faszinierend. Jakob freut sich nach den ruhigen Tagen über die Herausforderung und jedesmal, wenn er vor mir juchzt und feixt, rutscht mir das Herz in die Kniekehle vor der nächsten schweren Stelle. Wir finden den Weg zum Tunnel leider nicht, denn auch wenn es scheint, dass es auf dem Weg keine Alternativen gibt, können einzelne Kletterpassagen vielleicht doch auf einen anderen Weg führen.



Wir erreichen schließlich einen Felsdurchbruch, der aber verschlossen ist. Mir ist es recht umzukehren, da es die kritischen Stellen nun tendenziell im Abstieg zu bewältigen gilt, was ich ja bekanntermaßen am liebsten mag.

Tatsächlich kommen wir sogar kurz vom Weg ab, was wir aber zum Glück bermerken, weil wir beherzten Schrittes in der senkrechten Wand einige Basaltsäulen queren, uns an eine solche luftige Übung aufcdem Hinweg jedoch nicht erinnern können und Jakob, der mir ja immer flinken Fußes deutlich voraus ist, nicht erkennt, wo es weiter geht. Also zurück balanciert und die richtige Abzweigung gesucht.

Wir kommen aber schließlich sicher wieder bei Illi an und gehen alle noch mal baden und uns erfrischen. Schließlich tapern wir gemächlich wieder hoch zur Bushaltestelle, gönnen uns noch ein Eis und kanarische Kartoffeln und telefonieren mit Opa. Und dann gehtves mit dem Bus zurück und es auch schon wieder dunkel, ehe wir zurück in Puerto de la Cruz sind.